Die 3 technischen Mega-Trends der Digitalisierung

Sven_Beitragsbild01

Wie so oft in der Vergangenheit beginnt eine neue Ära durch einen technischen Wandel, die Geschichte der Dampfmaschine und Ihre Bedeutung sind allgemein bekannt. Was dennoch oft unterschätzt wird ist die Bedeutung der 4. Industriellen Revolution – die digitale Ära.

Sven Bossenmaier

Sven begann 2012 bei SAP Deutschland im Bereich Business Transformation Services (BTS) mit dem Fokus auf SAP HANA Platform, IT Architektur und CIO Advisory. Parallel war er als Global BTS HANA Champion für das Business Development von SAP HANA innerhalb der BTS Organsiation verantwortlich. […]

Zum Autorenprofil

Xing 

Neue Player kommen aus dem nichts und dominieren den Markt von UBER bis hin zu AirBNB. Der kleinste gemeinsame Nenner den alle teilen, sie haben neue, innovative Geschäftsmodelle, ermöglicht durch die zugrundeliegende Technologie. Es besteht ein Shift dahin, dass das klassische Asset wie Taxis oder Gebäude/Hotels durch die Kundenbeziehung ersetzt wird ... und ultimativ durch das Netzwerk / die Platform auf der diese Kundenbeziehung gepflegt wird. Dadurch greifen diese digitalen Disruptoren massiv in den Markt ein und stellen vieles „altbewährtes“ auf den Kopf. Nimmt man UBER als Beispiel, das größte Personenbeförderungsunternehmen ohne eigene Flotte. Das bringt viele Taxi-Unternehmen ins schwitzen.

Was oft daraus folgt ist ein zunehmendes Verschwinden der Industriegrenzen. Klassische Produkthersteller transformieren zu Dienstleistungsunternehmen und bieten hochindividualisierte Dienste an. Ermöglicht durch Digitalisierung.

Doch bevor man bei der Digitalisierung angekommen ist, gilt es noch gewisse Herausforderungen zu meistern. Das wohl größte Hindernis der Digitalisierung – die Komplexität. In dem digitalen Zeitalter sind Geschwindigkeit und Agilität von zentraler Bedeutung. Durch komplexe Prozesse und oft noch komplexere Realisierungen in der IT sieht man oft vermeintlich unüberwindbare Blockaden auf dem Weg zum „Digitalen Unternehmen“. Doch auch hier gibt es Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken. Simplifizierung ist die Lösung. Simplifizierung auf Basis von dem technologisch gesetzten Rahmen. So entstehen nun neue, noch nicht dagewesene Möglichkeiten über zB In-Memory Computing – und Prozesse werden über den Wegfall von Berechnungsschritten oft komplett auf den Kopf gestellt und können optimiert bzw. neu definiert werden.

Jedoch ist dies nur ein Beispiel der enormen Möglichkeiten die durch den technologischen Wandel im digitalen Zeitalter möglich ist. Es gibt diverse technologische Megatrends welche die Digitalisierung ermöglichen. In diesem Blog möchte ich gerne etwas Licht in die aktuellen Trends bringen. Hierbei fokussieren wir uns auf drei Trends:

  1. Hyperkonnektivität
  2. Super Computing
  3. Cloud Computing

Diese Trends wollen wir nun etwas genauer beleuchten um ein besseres Verständnis für die Bedeutung und Möglichkeiten die daraus resultieren zu bekommen.

 

Hyperkonnektivät

Die Welt ist vernetzt. Dies wir jedem klar, wenn man einen Blick um sich in der U-Bahn wirft oder einfach an die eigenen Verhaltensmuster denkt. Das Smartphone ist omnipräsent und ein Beispiel für die explosionsartige Verbreitung der Konnektivität. 3.1 Mrd Menschen sind über das Internet vernetzt. Holen bzw. teilen Informationen, erledigen Transaktionen oder kommunizieren miteinander. Darüber hinaus gibt es verschiedenste Hochrechnungen, das bereits 2020 zwischen 10 Mrd und 50 Mrd vernetze Geräte existieren. Dies birgt ein enormes Marktpotential für viele Unternehmen über z.B. personalisierte Angebote. Die Giganten wie Facebook oder Google zeigen das im 21. Jahrhundert Informationen das neue Öl sind. Doch nicht nur die Menschen sind von der Hyperkonnektivität betroffen, auch Maschinen profitieren von der Vernetzung. Durch Sensoren kommunizieren Maschinen mit ihrer Umwelt und ermöglichen neue Funktionen wie Ausfallsicherheit durch vorherschauende Wartung. Hierzu gibt es diverse Beispiele die aufzeigen wie solch eine Vernetzung und Integration in die Geschäftsprozesse ausschauen kann. Ein Beispiel wird anhand dieses Videos gezeigt: https://www.youtube.com/watch?v=kFuyzLF5Vew

 

Super Computing

Massiv-skalierbare, hauptspeicher-basierte Systeme ermöglichen die gemeinsame Verarbeitung von transaktionalen und analytischen Informationen in einer Plattform. Dies führt unter anderem dazu, dass müssen die errechneten Ergebnisse nicht erst über komplexe Vergleiche abgeglichen werden. Dies führt zu einer Simplifizierung von Berechnungsläufen und ultimativ können Prozesse neu definiert werden, da zB vorgelagerte Berechnungsschritte nicht mehr von Nöten sind.

Die Komplexität vieler Systeme entsteht durch die Anforderungen auf der einen und durch die Agilität der Änderungen auf der anderen Seite. Daher ist eine essentielle Eigenschaft an das zu Grunde liegende System, dass dieses adaptiv ist. Dies kann zum einen über Echtzeitfunktionalität erreicht werden zB komplexe Berechnungen in Sub-Sekunden absolvieren, oder auch zusätzliche System-Intelligenz wie zB geographische Analysefähigkeiten, die als Funktionsbaustein der Plattform mitgeführt werden.

Beides sind Merkmale, die bei dem Design und Aufbau des Systems maßgeblich die Prozessdefinition beeinflussen, denn die technische Grundlage gibt immer den Spielrahmen für die Umsetzung vor. So sind wir inzwischen an der Stelle angekommen, dass mittels Super Computing, die Spielregeln (Prozesse) neu definiert werden können, da wir technologisch auf der nächsten Ebene angelangt sind.

 

Cloud Computing

Cloud Computing bietet die Möglichkeit der bedarfsorientierten Bereitstellung von IT Kapazitäten. Diese können grundlegend in drei Kategorien eingeteilt werden:

  1. Software-as-a-Service (SaaS): SaaS beschreibt die Bereitstellung von Applikationen, alle weiteren Tätigkeiten um die Lauffähigkeit der Applikation zu gewährleisten (System, Betriebssystem etc.) wird von dem Anbieter standardisiert vorgenommen. Ein Beispiel dafür ist zB GMail
  2. Platform-as-a-Service (PaaS): PaaS stellt eine komplette Entwicklungsumgebung für den Kunden dar. Dies beinhaltet Hardware, Software und offene Schnittstellen (APIs) um Lösungen zu bauen. Dies ist zB die SAP HANA Cloud Platform
  3. Infrastructure-as-a-Service (IaaS): IaaS ermöglicht die kosteneffiziente Bereitstellung von Hardware Infrastruktur. Alles weitere wird von dem Kunden betrieben. Dies bietet zB Amazon mit Amazon Web Services (AWS) an.

Letztendlich bietet Cloud Computing die Möglichkeit Zuständigkeiten (Software Updates etc.) auszulagern und man bedarf sich lediglich dem Konsum der jeweiligen Dienstleistung. Dies hat zum Vorteil das a) die Software auf dem neusten funktionalen Stand ist, b) diese bedarfsgerecht abgerechnet wird und c) die Skalierung von dem Dienstleister sichergestellt sein muss. Dies führt zu einem hohen Maß an Flexibilität im Verbund mit den lokalen Systemen (On-Premise). Dadurch erhält man dann hybride (On-Premise + Cloud) Systemlandschaften, welche teilweise Innovationen schnell umsetzen können via einem Cloud System und diese dann direkt mit den Back-End On-Premise Systemen verknüpfen können um den Gesamtprozess (zB Datenanalyse via Cloud, Abrechnung via On-Premise) sicherstellen können.

Ich hoffe, dass in diesem Blog die technischen Grundlagen einiger der aktuellen Technologie-Trends erörtert und greifbar gemacht werden konnten. Im meinem nächsten Blog-Eintrag möchte ich aufzeigen wie diese Trends zusammenkommen und neue Digitale Lösungen kreieren.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *