Innovationsführerschaft sieht anders aus: Nur 7 % der österreichischen Unternehmer sind digitale Innovatoren

Innovationsführerschaft Österreich Abb2

Nachdem Hannes Weißensteiner in seinem Blog-Beitrag über Studienergebnisse zur digitalen Kompetenz von deutschen Managern berichtet hat, liegt nun auch eine relevante Studie aus meinem Heimatland Österreich dazu vor.

Patrick Rammerstorfer

Seit 20 Jahren ist Patrick Rammerstorfer Unternehmer und gründete in Österreich mehrere Unternehmen. Aktuell ist er CEO und Founder von Pro Active mit Büros in Linz und Hamburg. Das Unternehmen ist auf die Beratung im digitalen Zeitalter fokussiert und begleitet Organisationen in den Bereichen Strategie | Innovation | Change | Leadership Development. In den letzten 10 Jahren hat er mehr als 200 Projekte geleitet und über 1.000 Führungskräfte in Richtung Zukunftsfähigkeit trainiert oder beraten.

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Die aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts Imas im Auftrag der Julius-Raab-Stiftung zeigt, dass österreichische Unternehmer technischen Neuerung grundsätzlich sehr ambivalent gegenüber stehen. Die Befragung zielte auf die Bedeutung von Innovation im Allgemeinen und die der Digitalisierung im Speziellen im eigenen Unternehmen ab.

Die Studienautoren unterscheiden dabei fünf Typen: den „Digitalen Innovator“, den „Adaptiven Übernehmer“, den „Defensiven Anwender“, den „Passiv Ausharrenden“ und schließlich den „Digitalen Asketen“.

Die ernüchternde Nachricht dabei ist, dass nur 7 % der Wirtschaftstreibenden, also in etwa nur jeder 14. der Manager und Unternehmer, als „Digitale Innovatoren“ gelten.

Die meisten fallen in die Kategorie der "Defensiven Anwender" mit 40 Prozent. Diese Gruppe zweifeln an der Bedeutung des digitalen Wandels setzen Innovationen und Neuerungen erst dann um, wenn sie sich am Markt bewährt haben. Zumindest 36 Prozent gehören zur Gruppe der "Adaptiven Übernehmer", die Innovationen laufend beobachten und dann umsetzen.

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Darüber hinaus ist es bemerkenswert, dass sich unter österreichischen Managern und Unternehmern offenbar ganze 15 Prozent finden, die der Gruppe der "Passiv Ausharrenden" zugeordnet werden können. Sie glauben nicht, dass Digitalisierung den Erfolg steigert, und setzen damit zusammenhängende Neuerungen immer erst dann um, wenn es unbedingt notwendig ist.

 

Traditionelle Angst vor Veränderung: Jeder 5. Wirtschaftstreibende glaubt, dass Innovationen keine Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg haben

Die Ergebnisse zeigen die relativ große Angst vor Veränderung in Österreich, die in den letzten Dekaden eine gewisse Tradition bekommen hat. Meine persönliche Wahrnehmung dazu ist hier leider sehr ähnlich.

Gestützt wird diese Wahrnehmung von der Tatsache, dass laut Studie zwar 46 % der Wirtschaftstreibenden Innovationen als grundsätzlich bedeutsam für den Geschäftserfolg sehen. 32 % sehen diesen Aspekt zumindest als einigermaßen wichtig an. Trotz des ständigen medialen Diskurses zum Thema Innovation und Geschäftserfolg sehen ganze 21 % dabei keine Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg.

Ein weiterer interessanter Aspekt der Untersuchungsergebnisse ist, dass die Einstellung zum digitalen Wandel anscheinend auch abhängig von Geschlecht und Firmenstruktur bzw. Firmengröße ist.

 

Männer, Familienunternehmen und kleinere Betriebe sind innovativer

Insgesamt sind laut den Studienergebnissen 71 Prozent der sogenannten "Digitalen Innovatoren" Männer und nur 29 Prozent Frauen. 75 Prozent der "adaptiven Übernehmer" sind Männer, 25 Prozent Frauen. Familienunternehmen und kleinere Betriebe zeigten sich in der Befragung ebenfalls innovativer.

Und zu guter Letzt gibt es noch Unterschiede zwischen den Branchen raus zu lesen. So sind wenig überraschend die "Digitalen Innovatoren" und "Adaptiven Übernehmer" in der IT- und der Consultingbranche, gefolgt von der Banken- und Versicherungsbranche sowie dem Handel am stärksten zu finden. Im Bereich des Transports und des Verkehrs sind hingegen die meisten "Defensiven Anwender" zu finden.

Nähere Infos und Details finden sich unter: http://www.juliusraabstiftung.at/aktuelles/123,aktuelle-publikation-innovation-und-digitaler-wandel-das.html

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